"Es ist nichts wie es ist, es scheint nur wie es scheint, ich fühl' mich schizophren wie A Beautiful Mind" aus Kind ohne Namen              "Oder werde über 90, seh' die Welt in Kriegen, das Einzige woran ich nicht glaub' ist ewiger Frieden" aus Kind ohne Namen              "Die alte Welt ist nicht versunken wie die Titanic, sie wurde einfach neu formatiert, neu programmiert, ganz automatisch" aus So viele Fragen              "Manchmal frag' ich mich warum ich das tue, wenn ich nicht schreibe finden meine Gedanken nachts keine Ruhe" aus Ich gehe              "Weil ich rap, wie ich rap, brauch ich einen Waffenschein" aus Waffenschein              "Eine schöne neue Welt, es lohnt sich zu sterben. Ich werde meine Kohle meinem Klon vererben" aus Schöne neue Welt             
Hilf mit die Fanpage zu verbessern und mach mit!

Artikel

Ol'Era: Beatfabrik

hinzugefügt von caedez am 13.11.2007, um 13:08:59

Dieser Artikel zeigt den Werdegang der berühmten Berliner Rapcrew Beatfabrik auf: Die Anfänge, Höhepunkte, und Tiefpunkte eines Stücks der deutschen Rapgeschichte.

Wir schreiben das Jahr 1999: Drei MCs mit den Namen Prinz Porno, Kid Kobra und Big A.D.I., ein DJ namens CV-Scratch und zwei Producer, die als Kick und Sash bekannt sind, schlossen sich zu einer alles vernichtenden und übertalentierten Crew zusammen, die wegen der hoch frequentierten Beatproduktion "Beatfabrik" genannt wurde. Wenig später kam Smexer, der vorerst vierte Rapper im Bunde, hinzu. Smexer rappte schon Ende 1998 im Zweimann-Projekt "ProMolleMCs" gemeinsam mit dem Prinzen.

Die Basis für diese neue und noch unbekannte Crew stellte ein geklautes Shure Mic dar, welches mit einem selbstgebauten, vorsintflutlichen Popschutz versehen und an CV-Scratchs Yamaha 4-Spur angeschlossen wurde. Befestigt wurde diese eigenwillige Konstruktion an den Dachbalken der Wohnung des DJ's mit Paketklebeband, was zu Problemen f?r die Kobra und Porno führte, da diese zu klein f?r diese Konstruktion waren und auf einem Bücherstapel einrappen mussten. Nur kurze Zeit später wurde der, in den Liedern so oft zitierte, berühmte Aldi-Rechner angeschafft, auf dem Kick die Beats machte und mit CoolEditPro abmischte. Außerdem machte Pee mit einem mitgebrachten Micständer das "Podest" arbeitslos und so konnte die Aufnahme zum 70 Minuten und 5-Seiten-Booklet starken Debütalbum "An der Front" starten, welches 2000 als Musikkassette veröffentlicht wurde.

Pi und Smexer probierten nun ihr schon lange als PromolleMCs angefangenes Projekt "Flüssig Brot" zu beenden. Allerdings verkümmerten die Tracks auf DJ Lukes Rechner. So kam es, dass man diese Tracks besorgte und mit der Unterstützung der Beatfabrik neue Tracks aufnahm und sie mit den älteren masterte, so dass wenig später auch dieses Tape den Weg in die Regale der L?den fand.

Big A.D.I. trennte sich 2001 auf Grund von "musikalischen Differenzen" von der Fabrik kurz nachdem sein Doppelalbum über den Bunker releast wurde, was komplett von der Beatfabrik produziert war. Trotz dessen kamen auch ein paar ältere Parts B.A.D.s mit auf den 2001 erschienenen Crew-Sampler "Wortshots". Außerdem wurde in dieser Zeit auch ein verbaler Kleinkrieg mit den Rappern der Crew Big Bud ausgetragen, der für die Beatfabrik mit der EP "Operation Fuck Big Bud" ein Ende fand, welche zu dem noch ein sehr beliebtes und gleichzeitig rares Sammlerstück unter den Fans der Beatfabrik darstellt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden alle Tapes selbst veröffentlicht, allerdings wurden alle nachfolgenden über das sehr bekannte Berliner Untergrund-Label RoyalBunker veröffentlicht. Jedoch war die Fabrik hier nie gesignt, es bestand lediglich ein Kooperationsvertrag.

So kam es, dass Porno fester Grafiker des Bunkers wurde und sein erstes öffentliches Soloalbum "Radium Reaktion" 2002 über den Bunker vertrieb und vermarktete. Auch die Blackbook-Tapes und andere Alben mit den Membern der Fabrik wurden über den Bunker releast. Dadurch gewann man noch höhere Akzeptanz in der Szene und brachte die CDs auch schneller unter das hungrige Publikum. Allerdings wurde später, unter anderem durch nach der Bunkerzeit erschienene Lieder des Prinzen, bekannt, dass die Fabrik selbst sich nicht mit dem Rest des Bunkers identifizieren konnte und es doch öfter zu Meinungsverschiedenheiten kam.

Mehrere sehr erfolgreiche und angesehene Produktionen folgten und auch die "Wir battlen jeden"-Tour aus dem Jahre 2003 sorgte für Furore, bei der sich die drei MCs der Fabrik jedem x-beliebigen Rapper stellten, der genug Eier besaß sich mit einem der alles vernichtenden Cyborgs anzulegen. Dieses Material hatte auch einen sehr großen Anteil an der 2004 erschienen ?Beatfabrik DVD?, auf der sich die Crew vorstellte, man Battles bestaunen konnte und auch einige andere Sachen entdecken konnte. Diese DVD kann allerdings gleichzeitig auch als Finale der Ära Beatfabrik angesehen werden, denn im gleichen Jahr hörte Porno auf zu rappen und widmete sich seinem Studium, Familie, Freunden und seiner Grafik-Firma "PornoGraphics". Daraufhin arbeiteten die zwei verbliebenen Rapper, Kobra und Smexer, als High Society weiter zusammen und veröffentlichten das Album "Jet Set", auf dem noch ein Feature Track mit dem Prinzen zu bestaunen war.

Nach der Rückkehr des Prinzen im fünften Jahr nach der Jahrtausendwende mit dem Mixtape "Guess Who's Back On The Streets" schöpften viele Fans wieder Hoffnung, dass die Fabrik sich wieder vereinigen würde, da Kobra auf späteren Veröffentlichungen Pis einige Features hatte. Diesen Hoffnungsschimmer zerstörte Smexer allerdings mit seinem 2007 erschienenen MySpace-Diss-Track namens "Die Wahrheit" gegen Porno, in dem er sehr persönliche Details und Geschehnisse aufzeigte und verurteilte. So hatte die Ära Beatfabrik ein unrühmliches Ende gefunden ...

R.I.P. Beatfabrik (1999-2004)

Bewertung:

full full full full full (1 Stimmen)

Kommentare:

von TimurMontana am 02.01.2009 um 05:25:55

Jep echt schade!

von Matze am 09.04.2008 um 10:52:24

schade

Seiten: 1
Du musst angemeldet sein um Kommentieren zu können